Ökozid als Straftatbestand ins Gesetz? Warum wir aktiv werden müssen.

Über die Initiative Stop Ecocide und ihre Aktivitäten

Ökozid als Straftatbestand ins Gesetz? Warum wir aktiv werden müssen.

Die ökologische Krise ist nicht nur eine Frage von Emissionen oder Biodiversität – es geht um das fundamentale Recht auf eine intakte Umwelt und um die Verantwortung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, zerstörerische Praktiken endlich wirksam zu stoppen.

Genau an dieser Stelle setzt die Stop Ecocide-Bewegung an: Sie fordert, dass große, irreversible Schäden an Natur und Ökosystemen national und insbesondere international als Straftaten anerkannt werden – vergleichbar mit anderen schweren Verbrechen im Völkerrecht.

Die Stop Ecocide Foundation legte 2021 die folgende Legaldefinition vor, die mittlerweile bei vielfältigen Gesetzesinitiativen als de facto Standard zugrunde gelegt wird:

„Ökozid” bedeutet rechtswidrige oder willkürliche Handlungen, mit dem Wissen begangen, dass eine erhebliche Wahrscheinlichkeit schwerer und entweder weitreichender oder langfristiger Schäden für die Umwelt besteht, die durch diese Handlungen verursacht werden.

So soll verhindert werden, dass Umweltzerstörung erst dann sanktioniert wird, wenn es schon zu spät ist. Stattdessen soll Recht vorbeugend wirken.

Stop Ecocide schafft dafür eine breite Plattform für Unternehmen, NGOs und Zivilgesellschaft, die gemeinsam an einer klaren Rechtsgrundlage arbeiten. Auf der internationalen Ebene ist das Thema längst in Bewegung, und auch auf EU-Ebene wurde 2024 eine überarbeitete Umweltstrafrechts-Richtlinie verabschiedet, die Mitgliedstaaten verpflichtet, schwerwiegende Umweltschäden zu adressieren.

Was passiert gerade in Deutschland?

Im Mai 2025 wurde im Auftrag von Stop Ecocide Deutschland ein Rechtsgutachten veröffentlicht, das aufzeigt, wie Deutschland die EU-Richtlinie sinnvoll in nationales Recht transformieren kann. Ziel ist es, Ökozid nicht nur als Schadensfolge, sondern bereits als Gefährdungsdelikt ins Strafrecht aufzunehmen – und damit echte Prävention zu ermöglichen.

Das Bundesjustizministerium hat einen Referentenentwurf zur Reform des Umweltstrafrechts vorgelegt, der diese Kernforderung bislang ignoriert. Daher arbeiten Stop Ecocide und Partner weiter daran, dass das neue Gesetz wirklich vorbeugend greifen wird, statt erst nach eingetretenen Zerstörungen Sanktionen auszulösen.

Um dieses Etappenziel zu erreichen - und um im nächsten Schritt Deutschlands Unterstützung für die Anerkennung von Ökozid im Völkerrecht zu bewirken - braucht es klare Stimmen aus der Wirtschaft!

👉 Mehr Details zu den Hintergründen, den juristischen Analysen und der Rolle von Stop Ecocide findest du hier:
🔗 https://de.stopecocide.earth/business
🔗 https://de.stopecocide.earth/bn-2025/germany-legal-roadmap-to-ecocide-law-published
🔗 https://www.linkedin.com/posts/stopecocide_ecocidelaw-ecocide-stopecocide-activity-7427701250718371840-0IDW/?utm_source=share&utm_medium=member_ios

Jetzt unterschreiben! Offener Brief der Wirtschaft für ein starkes Ökozid-Gesetz

Um den politischen Druck zu erhöhen und ein klares Signal aus Wirtschaft und Gesellschaft zu senden, wurde ein offener Brief entworfen, der eine konkrete gesetzliche Verankerung von Ökozid fordert.
Für echte Prävention. Für Rechtssicherheit. Für den Schutz unserer Lebensgrundlagen.

📩 Bitte unterschreibe den offenen Brief jetzt – gemeinsam können wir zeigen, dass es mehr als Lippenbekenntnisse braucht.

👉 Hier geht`s zum Offenen Brief

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Veröffentlicht am 02. März 2026

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