Unternehmer*innen für eine enkeltaugliche Wirtschaft von morgen
Gerade jetzt
Das Coconat sammelt für den Founders’ Attic und bekommt Absagen aus Angst vor Brandenburgs politischer Zukunft. Warum ich genau deshalb unterstütze.
„Schönes Projekt. Wirklich. Aber ich investiere nicht in einem Land, bei dem ich damit rechnen muss, dass die nächste Landesregierung von gesichert Rechtsextremen geführt wird. Und die werden solche Orte als Erstes angreifen. Sorry!”
So eine Antwort hat das Team vom Coconat auf seine Crowdfunding-Kampagne bekommen.
Ich habe sie zweimal gelesen und bin immer noch geschockt. So trocknen gerade die Projekte im ländlichen Raum aus, die den Unterschied machen und so so wichtig für das gesellschaftliche Klima in der Region sind.
Ich lebe hier, in Bad Belzig, gleich um die Ecke von Klein Glien. Ich weiß, wie sich Wahlergebnisse anfühlen, wenn man am nächsten Morgen in der Stadt unterwegs ist. Die Beunruhigung ist für mich nicht abstrakt. Gerade deshalb weiß ich aber auch: Wenn Menschen, die es gut meinen, ihr Geld und ihre Aufmerksamkeit abziehen, bevor überhaupt etwas passiert ist, dann schützt das niemanden. Das ist Rückzug. Und wo sich andere zurückziehen, entsteht leerer Raum, den dann jemand anderes füllt.
Das Coconat
Seit 2017 verbindet das Coconat in einem alten Gutshaus im Hohen Fläming Coworking, Tourismus und ländliche Innovation. Es gibt dort Unterkünfte, Arbeitsplätze, einen Makerspace, Essen und Residencies für Kreative und Start-ups. Als Sozialunternehmen steckt das Team seine Gewinne in Projekte zu Migration, Mobilität, Medien und Innovation in der Region.
Ich war in den letzten Jahren oft im Coconat: zur Kreativsause und verschiedensten Netzwerktreffen.
Ganz besonders fühle ich mich dem Coconat verbunden, weil es auch der Ort war, an dem wir in der Aufbauphase unseres Wohnprojekts immer wieder Kennenlerntreffen mit Interessent:innen hatten und dort die ersten tiefen Gespräche mit Menschen führten, die heute meine Nachbar:innen und gute Freund:innen sind.
Sechs Zimmer unterm Dach
Der Founders’ Attic kommt in den Westflügel des 250 Jahre alten Gutshauses, unter die originalen Holzbalken. Geplant sind sechs Zimmer, zwei Bäder und eine Gemeinschaftsküche. Gedacht ist er für Aufenthalte ab einem Monat.
Hier geht es nicht um ein Wochenende mit Landluft. Es geht um Gründer:innen, Kreative und Menschen mit Ideen, die eine Weile bleiben. Sie bekommen mit, wie es hier wirklich ist, und mischen sich ein. Sie leben und arbeiten für einen Monat oder mehr zusaammen und inspirieren sich gegenseitig.
Mit dem Crowdfunding soll die letzte Bauetappe finanziert werden und - wenn es richtig gut läuft - auch die Ausstattung der Räume sowie Stipendien für einen Residenz-Aufenthalt für diejenigen, die nicht so reichlich mit finanziellen Mitteln ausgestattet sind, aber spannende Geschäftsideen für die Zukunft im ländlichen Raum haben.
Und die Angst?
Vielleicht hat der Schreiber recht damit, dass solche Orte unter Druck geraten könnten. Dann ist für mich aber die eigentliche Frage: Wie sollen sie dastehen, wenn es so weit ist? Fertig gebaut, gut vernetzt und mit vielen Menschen im Rücken, die sie kennen und für sie einstehen? Oder halb fertig und allein?
Eine lebendige, offene Gesellschaft auf dem Land entsteht nicht dadurch, dass wir auf bessere Zeiten warten. Sie entsteht an Orten wie diesem, durch Menschen, die bleiben. Und durch Menschen von außen, die sagen: Wir lassen euch nicht allein.
Meine Bitte
Die ersten 50.000 Euro - das erste Etappenziel - sind greifbar nah.
Schau dir die Kampagne an und unterstütze mit dem, was für dich möglich ist. Auch 20 Euro sind ein Zeichen. Teile sie weiter.
Die Kampagne läuft noch bis zum 3. November 2026.
Und wenn du jemanden kennst, der gerade überlegt, ob man „in so einem Land” noch etwas anfangen sollte, dann lad ihn nach Klein Glien ein. Am besten gleich für einen Monat.
👉 Zur Kampagne: startnext.com/founders-attic
Wer größer einsteigen möchte: Das Coconat nimmt auch Darlehen für seine Projekte auf. Infos bei Janosch: janosch@coconat-space.com
Informationen
Veröffentlicht am 20. Oktober 2026