Willow Böck

Jungunternehmerin, kaufmännische Leitung der Rixdorfer Schmiede

Das "Unternehmerhandwerk" lernt man nicht auf der Schulbank
Willow Böck

Willow bewirbt sich um eine der 10 gesponserten Teilnahmen für Azubis, Studierende und Jungunternehmer*innen.

Hier ihre Bewerbung:

Hey, ich bin Willow, ziemlich jung und vor ca. vier Jahren bin ich direkt aus der Schule in die Rixdorfer Schmiede, Berlins älteste Schmiede eingestiegen. Diesen kleinen Handwerksbetrieb haben vorher meine Eltern geführt. Das war schon ein ziemlicher Sprung ins kalte Wasser, aber ich bereue ihn nicht. Ich leite unseren Betrieb inzwischen und bin sozusagen für ,,alles nicht Handwerkliche" verantwortlich, während meine Eltern als gelernte Handwerksmeister für die fachliche Leitung zuständig sind. Alles was ich an unternehmerischen Fähigkeiten habe, habe ich autodidaktisch gelernt.

 

Ich merke, wie wir jeden Tag mit neuen Herausforderungen konfrontiert werden und Fähigkeiten wie kreative Lösungsfindung, Mut, Anpassungsvermögen und agile Teamarbeit wichtiger werden als eine ,,klassische Schulbildung". Den das ,,Unternehmerhandwerk'' lernt man schließlich nicht auf der Schulbank. Ich möchte an sinn.macht.gewinn teilnehmen, um neue Ideen zu bekommen, wie ich und meine Firma unseren Teil zu einer besseren Welt beitragen können, außerdem möchte ich natürlich die Gelegenheit nutzen, mich mit Menschen vernetzen, die diese Werte und Ansichten teilen.

 

Mich beschäftigt sehr viel das Thema, wie wir bestimmte Berufe wahrnehmen und wertschätzen (Stichwort Ausbildung vs. Studium) und was wir in Zukunft eigentlich als gute und wertvolle Arbeit definieren möchten und dass das dicke Portemonnaie am Ende des Tages doch nicht alles ist, denn ,,Wenn mehr von uns Heiterkeit, gutes Tafeln und klingende Lieder höher als gehortetes Gold schätzen würden, so hätten wir eine fröhlichere Welt." (Zitat J.R.R.Tolkien) Außerdem möchte ich natürlich mitwirken an einer Gesellschaft, die langfristig nachhaltig ist und die Wohlstand schafft, der allen Menschen zuteil wird.

 

Als junger Mensch und eines dieser Enkelkinder, von denen immer die Rede ist, werde ich die negativen Auswirkungen des Klimawandels noch direkt und viel stärker als viele andere der jetzigen Kongressteilnehmenden erleben, deshalb würde ich mich freuen meine Stimme und meine Sicht mit einbringen zu dürfen. Meine Generation wird Probleme lösen müssen, an die wir heute nichtmal denken. Leider geht es vielen jungen Menschen ähnlich, das wir in der Regel nicht so finanzkräftig sind, um regulär am Kongress teilzunehmen. Auch im ,,klassischen Handwerk" fehlen häufig die Mittel für so etwas wie diesen Kongress. Da wir aber noch deutlich stärker die Auswirkungen des heutigen Handelns tragen müssen, sollten diese Stimmen unbedingt gehört werden.

 

Auch wenn meine noch recht kurze unternehmerische Laufbahn, natürlich nicht so viel ,,Lebensweisheit" mitbringt, denke ich, dass das auch ein großer Vorteil sein kann, mit ungetrübten Blick und anderem Winkel Dinge ,,anzudenken" Denn vieles was gestern noch gelehrt wurde, ist morgen vielleicht schon nicht mehr gültig.

 

Ich bin der festen Überzeugung, dass jedes weitere Gesicht neue Ideen und Blickwinkel mitbringen kann und ich denke, dass es ein großer Verlust für den Kongress wäre, wenn nur der finanzielle Aspekt am Ende die Teilnahme verhindert. Denn der Wandel gelingt nur gemeinsam! 😊